Schadenfreiheitsklasse Tabelle: Aufbau, Einstufung und Rückstufung
Sie suchen eine Tabelle, die zeigt, wie sich Ihre Schadenfreiheitsklasse nach einem Unfall verändert und was das für Ihre Prämie bedeutet. Hier bekommen Sie den Aufbau des österreichischen Bonus-Malus-Systems Schritt für Schritt erklärt, damit Sie Ihre eigene Einstufung richtig lesen können.
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Warum es in Österreich keine einzige amtliche Tabelle gibt
Anders als oft angenommen, gibt es in Österreich keine gesetzlich einheitliche Schadenfreiheitsklassen-Tabelle wie in manchen Nachbarländern. Jeder Versicherer legt seine eigene Bonus-Malus-Stufenleiter mit eigenen Prozentsätzen fest und nennt diese Stufen teils unterschiedlich (SF-Klasse, BM-Stufe, Schadenfreiheitsrabatt). Das Prinzip dahinter ist jedoch bei allen Anbietern gleich: schadenfreie Jahre verbessern die Einstufung, gemeldete Schäden verschlechtern sie.
Für Ihre persönliche Tabelle mit konkreten Prozentsätzen ist deshalb immer die Polizze oder das Versicherungsinformationsblatt Ihres eigenen Vertrags maßgeblich, nicht ein allgemeiner Wert aus dem Internet.
So ist die Stufenleiter grundsätzlich aufgebaut
Die meisten Tabellen funktionieren nach demselben Muster: Es gibt eine Einstiegsstufe für Neulenker ohne Schadenhistorie, darüber mehrere Bonusstufen, die mit jedem schadenfreien Jahr erreicht werden, und darunter Malusstufen, in die man nach einem selbst verschuldeten Schaden zurückfällt.
Üblich ist, dass pro schadenfreiem Jahr eine Stufe aufgestiegen wird, während ein gemeldeter Schaden mehrere Stufen auf einmal kosten kann. Wie viele Stufen genau zurückgestuft wird und wie stark sich das prozentual auf die Prämie auswirkt, steht in den Versicherungsbedingungen des jeweiligen Vertrags.
Diese Mechanik betrifft in der Regel ausschließlich die Kaskoversicherung. Die Haftpflichtprämie wird von vielen Versicherern zusätzlich, aber oft nach einer ähnlichen Logik angepasst.
Welche Schäden die Einstufung überhaupt verändern
Nicht jeder Schaden wirkt sich auf die Tabelle aus. Ein Wildunfall oder ein Glasschaden läuft in der Regel über die Teilkaskoversicherung und bleibt je nach Vertrag ohne Rückstufung. Ein selbst verschuldeter Auffahrunfall oder ein Parkschaden mit Fremdverschulden durch den eigenen Fahrer betrifft dagegen meist die Vollkasko und damit die Bonus-Malus-Einstufung.
Deshalb lohnt sich vor jeder Schadenmeldung ein Blick in die eigene Tabelle: Bei kleineren Schäden kann es günstiger sein, die Reparatur selbst zu zahlen, statt durch die Meldung mehrere Stufen zurückzufallen.
So nutzen Sie Ihre eigene Tabelle richtig
Fragen Sie bei Ihrem Versicherer gezielt nach der aktuell gültigen Bonus-Malus-Tabelle für Ihren Vertrag und Ihrer aktuellen Stufe laut letzter Prämienvorschreibung. Rechnen Sie anhand dieser Tabelle durch, wie viel ein gemeldeter Schaden die Prämie über mehrere Jahre tatsächlich verteuert, bevor Sie sich für oder gegen eine Meldung entscheiden.
Bei der Abwicklung eines Schadens über Schaden-Manager.com sorgen wir dafür, dass die Schadensmeldung korrekt und vollständig läuft, damit es bei der Einstufung später keine Überraschungen gibt.
Häufige Fragen
Gibt es eine einheitliche Schadenfreiheitsklassen-Tabelle für ganz Österreich?
Nein. Es gibt kein gesetzlich vorgeschriebenes, einheitliches Modell. Jeder Versicherer führt seine eigene Bonus-Malus-Stufenleiter mit eigenen Prozentsätzen und eigener Stufenzahl.
Wie viele Stufen hat eine typische Tabelle?
Das variiert je nach Versicherer. Üblich sind eine Einstiegsstufe für Neukunden, mehrere Bonusstufen für schadenfreie Jahre und mehrere Malusstufen für gemeldete Schäden. Die genaue Anzahl und die Prozentwerte stehen in Ihren Vertragsunterlagen.
Wie finde ich meine eigene aktuelle Einstufung?
Ihre aktuelle Stufe steht auf der Prämienvorschreibung oder im Versicherungsinformationsblatt. Bei Unklarheiten gibt Ihr Versicherer oder Makler jederzeit Auskunft.
Wirkt sich jeder Schaden gleich stark auf die Tabelle aus?
Nein. Teilkaskoschäden wie Wildunfall, Hagel oder Glasbruch bleiben je nach Vertrag oft ohne Rückstufung, während selbst verschuldete Vollkaskoschäden die Einstufung meist deutlich verschlechtern.