Bonus Malus bei der KFZ-Versicherung: Was bedeutet das?
Wer nach einem Unfall oder vor einem Versicherungswechsel den Begriff Bonus Malus hört, will meist eine klare Antwort: Wird meine Prämie jetzt teurer oder nicht? Hier erfährst du, wie das System funktioniert, was seit 2013 in Österreich anders ist und wie du deine KFZ-Versicherung nach einem Schaden richtig einschätzt.
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Was bedeutet Bonus Malus?
Bonus Malus beschreibt das Grundprinzip vieler KFZ-Haftpflichtversicherungen: Fährst du unfallfrei, sinkt deine Prämie schrittweise (Bonus). Meldest du einen selbstverschuldeten Schaden, steigt sie wieder (Malus). Ursprünglich war dieses System in Österreich über einheitliche Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen) geregelt, die für alle Versicherer gleich waren.
Der Grundgedanke dahinter ist einfach: Wer selten oder nie einen Schaden verursacht, gilt als geringeres Risiko und zahlt weniger. Wer mehrfach einen Unfall meldet, wird in eine höhere Risikoklasse mit höherer Prämie eingestuft.
Bonus-Malus in Österreich: die Rechtslage seit 2013
Wichtig zu wissen: Das klassische, für alle Versicherer einheitliche Bonus-Malus-System wurde in Österreich 2013 abgeschafft. Seither kalkuliert jeder Versicherer seine Prämien nach einem eigenen Modell, das neben der bisherigen Schadenhistorie auch Faktoren wie Fahrzeugtyp, Kilometerleistung, Wohnort oder Alter des Lenkers einbezieht.
Der Begriff Bonus Malus wird umgangssprachlich trotzdem weiter verwendet, weil das Grundprinzip erhalten geblieben ist: unfallfreie Jahre wirken prämiensenkend, gemeldete Schäden wirken prämiensteigernd. Die genaue Berechnung unterscheidet sich aber von Anbieter zu Anbieter und ist meist nicht mehr öffentlich in einer einheitlichen Tabelle nachzulesen.
Wie wirkt sich ein Schaden konkret aus?
Ob und wie stark sich ein gemeldeter Schaden auf deine Prämie auswirkt, hängt vom individuellen Vertrag und vom Verursacherstatus ab. Bei einem unverschuldeten Schaden, den die Gegenseite bzw. deren Haftpflichtversicherung zahlt, bleibt deine eigene Einstufung in der Regel unberührt. Bei einem selbstverschuldeten Schaden über die eigene Haftpflicht oder Vollkasko kann die Prämie beim nächsten Vertragsjahr steigen.
Deshalb lohnt sich vor jeder Schadenmeldung ein kurzer Realitätscheck: Bei kleineren Bagatellschäden kann es günstiger sein, die Reparatur selbst zu zahlen, statt die Versicherung zu belasten und damit möglicherweise die Einstufung zu verschlechtern. Eine seriöse Einschätzung dazu bekommst du am besten direkt bei der Schadensmeldung oder im Gespräch mit deinem Versicherer.
Bonus Malus, SF-Klasse und Versicherungswechsel
Wer die Versicherung wechseln will, sollte wissen: Auch wenn es kein einheitliches Bonus-Malus-System mehr gibt, verlangen die meisten Anbieter bei einem Wechsel weiterhin eine Auskunft über die bisherige Schadenhistorie, oft in Form einer Vorversicherungsbestätigung. Diese beeinflusst, in welche Prämienstufe du beim neuen Versicherer eingestuft wirst.
Häufige Fragen
Was bedeutet Bonus Malus bei der Autoversicherung?
Bonus Malus beschreibt das Prinzip, dass unfallfreie Jahre die Prämie senken (Bonus) und gemeldete, selbstverschuldete Schäden sie erhöhen (Malus). Es ist die Grundlage vieler Prämienmodelle bei der KFZ-Versicherung.
Gibt es das Bonus-Malus-System in Österreich noch offiziell?
Ein einheitliches, gesetzlich geregeltes Bonus-Malus-System mit für alle Versicherer gleichen Klassen gibt es seit 2013 nicht mehr. Jeder Versicherer berechnet seine Prämien heute nach einem eigenen, individuellen Modell.
Wirkt sich jeder gemeldete Schaden auf meinen Bonus Malus aus?
In der Regel nur ein selbstverschuldeter Schaden über die eigene Haftpflicht oder Vollkasko. Ein unverschuldeter Schaden, den die Gegenseite zahlt, wirkt sich üblicherweise nicht auf deine eigene Einstufung aus. Details regelt der jeweilige Vertrag.
Was ist der Unterschied zwischen Bonus Malus und Schadenfreiheitsklasse?
Die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) war früher die konkrete, einheitliche Einstufung im Bonus-Malus-System. Heute nutzen einzelne Versicherer weiterhin eigene, ähnlich aufgebaute Klassenmodelle, die aber nicht mehr direkt vergleichbar sind.